{"product_id":"aepfel-und-birnen-das-gesamtwerk-naturkunden-korbinian-aigner","title":"Äpfel und Birnen: Das Gesamtwerk (Naturkunden), Korbinian Aigner","description":"\u003cp\u003eIn knapp achthundert Aquarellen zeichnete Korbinian Aigner Apfelsorten aus aller Welt. Seine Bildtafeln zeigen in Originalgröße kleine, große, gestreifte, gefleckte, gepunktete, runde, spitze, plattgedrückte, grüne, gelbe, rote, glänzende, blasse, schiefe, glatte oder schrumpelige Äpfel. Wegen ihrer Exaktheit und Systematik dienen Aigners Abbildungen noch heute als Grundlage für pomologische Lexika. Ihr künstlerischer Wert wurde durch ihre Ausstellung auf der Documenta 2012 erstmals einem breiten Publikum bekannt. Die systematische Erfassung eines Einzelbereichs der Welt, der Natur, ist immer auch der Versuch, Ordnung und Struktur zu schaffen. In ihrer fast unüberschaubaren Fülle bieten die Äpfel- und Birnenbilder eine prächtige Einladung zum Schauen, zur Beschäftigung mit der uns umgebenden alltäglichen Natur. Kein Apfel gleicht dem anderen, jeder besitzt einen eigenen Charakter, eine eigene Schönheit. \"Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich doch heute ein Apfelbäumchen pflanzen\", soll Martin Luther gesagt haben. Der bayerische Pfarrer Korbinian Aigner hat eben dies getan.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Kuratorin Carolyn Christov-Bakargiev stellte seine Bilder neben internationale Gegenwartskunst. Warum? Weil Aigners fast manische Sammlung genau das zeigte, was Kunst oft will: Die Welt ordnen, wenn sie aus den Fugen gerät. Während draußen das politische Chaos herrschte (und er im KZ saß), schuf er auf dem Papier eine heile, geordnete Welt der Natur. Dieser Satz im Text ist der Schlüssel. Das Malen war für Aigner nicht nur Zeitvertreib, sondern eine Überlebensstrategie.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eIndem er die Äpfel so exakt (fast hyperrealistisch) malte, hielt er an der Realität und der Schönheit der Schöpfung fest, auch wenn die Umstände um ihn herum (Dachau, Krieg) unmenschlich waren.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Verbindung zu Martin Luther („...heute ein Apfelbäumchen pflanzen“) ist bei Aigner wörtlich zu nehmen. Er hat im KZ Dachau tatsächlich zwischen den Baracken Apfelbäume gepflanzt und Züchtungen vorgenommen. Das Malen dieser Früchte war sein „Bäumchen pflanzen“ – ein Glaube an die Zukunft, dass diese Bilder (und die Sorten) jemanden erreichen werden, wenn der Horror vorbei ist.\u003c\/p\u003e","brand":"Matthes \u0026 Seitz Berlin","offers":[{"title":"Default Title","offer_id":44882981257481,"sku":"25703","price":299.99,"currency_code":"EUR","in_stock":false}],"thumbnail_url":"\/\/cdn.shopify.com\/s\/files\/1\/0266\/7606\/8536\/files\/9783882210514.jpg?v=1768714932","url":"https:\/\/vzbuch.de\/products\/aepfel-und-birnen-das-gesamtwerk-naturkunden-korbinian-aigner","provider":"VZBuch.DE | Volker Ziesing ","version":"1.0","type":"link"}