Reimer, Dietrich
Baukunst der Nachkriegsmoderne: Architekturführer Berlin 1949-1979, Adrian von Buttlar, Kerstin Wittmann-Englert, Gabi Dolff-Bonekämper
Baukunst der Nachkriegsmoderne: Architekturführer Berlin 1949-1979, Adrian von Buttlar, Kerstin Wittmann-Englert, Gabi Dolff-Bonekämper
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"Baukunst der Nachkriegsmoderne“ ist weit mehr als ein konventioneller Architekturführer; es ist ein umfassendes Kompendium und zugleich ein Plädoyer für das architektonische Erbe einer oft missverstandenen Epoche. Herausgegeben von den renommierten Kunsthistorikern Adrian von Buttlar, Kerstin Wittmann-Englert und Gabi Dolff-Bonekämper, widmet sich das Werk der baulichen Identität Berlins in der Zeit des Kalten Krieges.
Inhaltlich dokumentiert der Band 262 herausragende Bauten, Siedlungen und Ensembles, die zwischen 1949 und 1979 in West- und Ost-Berlin entstanden sind. Dabei gelingt den Herausgebern ein wichtiger Brückenschlag: Sie betrachten die Architektur beider Teile der damals geteilten Stadt gleichberechtigt und setzen sie in ihren jeweiligen politisch-historischen Kontext. Das Buch ist nach Baugattungen gegliedert – von Sakralbauten über Wohnsiedlungen bis hin zu Bildungs- und Kulturbauten – und ermöglicht so einen typologischen Vergleich über die Sektorengrenzen hinweg.
Ein zentrales Anliegen des Werkes ist die Neubewertung und der Schutz dieser Bauten. Viele Objekte der Nachkriegsmoderne sind heute von Abriss, entstellenden Umbauten oder energetischen Sanierungen bedroht, die ihren ursprünglichen Charakter zerstören. Die Autoren, die dem Netzwerk „denkmal!moderne“ an der TU Berlin angehören, liefern fundierte Analysen zum künstlerischen und sozialen Anspruch dieser Architektur. Visuell wird der Band durch hochwertiges, oft eigens für das Buch angefertigtes Bildmaterial von Fotografen wie Mila Hacke und Markus Hilbich unterstützt, welches die ästhetischen Qualitäten der Gebäude neu erlebbar macht. Es dient somit als unverzichtbares Handbuch für Denkmalpfleger, Architekten und historisch interessierte Leser, die die gebaute Identität Berlins jenseits der klassischen Sehenswürdigkeiten verstehen wollen.
Visuelle Qualität: Die „kongeniale Bebilderung“ wird häufig hervorgehoben. Die Kombination aus historischen Plänen und aktueller Fotografie ermöglicht einen direkten Vergleich und verdeutlicht den ursprünglichen Entwurfsgedanken.
Kritikpunkte: Vereinzelt wird bedauert, dass bestimmte Bezirke (wie der Wedding) quantitativ etwas weniger stark vertreten sind als andere, was jedoch den Gesamtwert als gesamtstädtischen Überblick kaum schmälert.
Fachliche Relevanz: German Architects (Ursula Baus) urteilt begeistert: „Ein solches Buch braucht jede Stadt“, und lobt die Initiative, den oft gefährdeten Bestand dieser Ära ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.
Unbestechlicher Überblick: Bernhard Schulz (Potsdamer Neueste Nachrichten) bezeichnet das Buch als einen „unbestechlichen Überblick über alles, was gebaut wurde“, und hebt die neutrale, wissenschaftliche Herangehensweise hervor.
Wissenschaftliche Fundierung: Das Magazin Espazium betont den „gewichtigen“ Charakter der Publikation. Besonders positiv bewertet wird die mutige Auswahl und Bewertung der Objekte durch die 48 Autoren, die klar zwischen banaler Alltagsarchitektur und schützenswerter Baukunst trennen. Zudem wird die enge Verknüpfung von städtebaulichen und denkmalpflegerischen Fragen gewürdigt.
Bildungswert: Blogs wie Urbanophil bezeichnen das Buch als „neue Basislektüre“, die dazu einlädt, eine Epoche wiederzuentdecken, die die Identität Berlins bis heute prägt.
Es folgen die Top 10 Schlüsselbauten die stilistische Bandbreite (von International Style über Organische Architektur bis zum Brutalismus) und die politische Dualität (Ost- und West-Berlin) des Buches:
1. Die Neue Nationalgalerie (West-Berlin)
Architekt: Ludwig Mies van der Rohe (1968)
Bedeutung: Eine absolute Ikone der globalen Moderne. Der stützenfreie Glaspavillon mit dem schwebenden Stahldach gilt als Vermächtnis des Bauhaus-Direktors Mies van der Rohe und als Tempel der Kunst.
Stil: International Style / Klassische Moderne
2. Berliner Philharmonie (West-Berlin)
Architekt: Hans Scharoun (1963)
Bedeutung: Als Gegenentwurf zur strengen Geometrie (wie bei Mies) steht die Philharmonie für die organische Architektur. Der Saal, in dem das Orchester im Zentrum sitzt („Musik im Mittelpunkt“), revolutionierte den Konzertsaalbau weltweit.
Stil: Organische Architektur
3. Fernsehturm und Alexanderplatz-Ensemble (Ost-Berlin)
Architekt: Kollektiv um Hermann Henselmann, Jörg Streitparth et al. (1969)
Bedeutung: Der Fernsehturm ist nicht nur technisches Bauwerk, sondern war das politische Machtsymbol der DDR im „Zentrum der Hauptstadt“. Die umgebende Bebauung markierte den Übergang zur sozialistischen Moderne nach dem stalinistischen Zuckerbäckerstil.
Stil: Sozialistische Moderne / Space Age
4. Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche – Ensemble (West-Berlin)
Architekt: Egon Eiermann (1961)
Bedeutung: Eines der markantesten Beispiele für den Umgang mit Kriegsruinen. Eiermann stellte der zerstörten Turmruine radikal moderne Baukörper (Wabenelemente aus Beton und blauem Glas) zur Seite.
Stil: Nachkriegsmoderne
5. Kino International (Ost-Berlin)
Architekt: Josef Kaiser (1963)
Bedeutung: Ein Prachtbau der DDR-Moderne an der Karl-Marx-Allee. Mit seiner weit auskragenden, fensterlosen Front im Obergeschoss und der offenen Glasfront im Erdgeschoss demonstriert es Leichtigkeit und repräsentativen Anspruch zugleich.
Stil: International Style (Ost-Interpretation)
6. Haus der Kulturen der Welt / Kongresshalle (West-Berlin)
Architekt: Hugh Stubbins (1957)
Bedeutung: Die „Schwangere Auster“ war der amerikanische Beitrag zur Bauausstellung Interbau 1957. Das gewagte Spannbetondach war ein technologisches Statement und symbolisierte Freiheit und Offenheit.
Stil: Expressive Moderne
7. Haus des Lehrers mit Kongresshalle (Ost-Berlin)
Architekt: Hermann Henselmann (1964)
Bedeutung: Als erstes Hochhaus am Alexanderplatz dominierte es die Skyline vor dem Fernsehturm. Besonders markant ist der umlaufende Fries „Unser Leben“ von Walter Womacka, der Kunst und Architektur im Sinne des Sozialismus verbindet.
Stil: Sozialistische Moderne
8. Akademie der Künste am Hanseatenweg (West-Berlin)
Architekt: Werner Düttmann (1960)
Bedeutung: Ein Meisterwerk der zurückhaltenden, landschaftsbezogenen Architektur. Die Gebäude sind flach und gruppieren sich um Innenhöfe; die Verwendung von grobem Kieselwaschbeton und Holz schafft eine fast klösterliche, kontemplative Atmosphäre.
Stil: Brutalismus (Frühphase) / Organische Moderne
9. ICC Berlin – Internationales Congress Centrum (West-Berlin)
Architekt: Ralf Schüler und Ursulina Schüler-Witte (1979)
Bedeutung: Das ICC markiert das Ende der im Buch behandelten Epoche. Als gigantische „Maschine“ konzipiert, steht es exemplarisch für die Technikbegeisterung und die Megastrukturen der 1970er Jahre.
Stil: High-Tech-Architektur
10. Ehemalige Tschechische Botschaft (Ost-Berlin)
Architekt: Věra Machoninová und Vladimír Machonin (1978)
Bedeutung: Ein herausragendes Beispiel für den Brutalismus im Ostblock. Das Gebäude in der Wilhelmstraße wirkt skulptural, futuristisch und hebt sich durch seine dunkle, raue Materialität stark von der Umgebung ab.
Stil: Brutalismus
Zustand: gebraucht
Autor(en): Adrian von Buttlar, Kerstin Wittmann-Englert und Gabi Dolff-Bonekämper
Publikations Jahr: 2013
Seiten: 473
Bindung: Taschenbuch
Sprache: Deutsch
Herausgeber: Reimer, Dietrich
EAN: 9783496014867
ISBN: 3496014865
Gewicht: 1360.0 g
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