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DuMont Reiseverlag, Ostfildern

Der Kunstfälscher, Eric Hebborn

Der Kunstfälscher, Eric Hebborn

Normaler Preis €87,28 EUR
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Jahr: 1999

Die erste Tugend des Kunstfälschers ist die Verschwiegenheit. Eric Hebborn sieht das offenbar anders. Nach Jahrzehnten professioneller Anonymität trat er 1991 an die Öffentlichkeit. Zuerst in einer Dokumentation der BBC, später mit einer inzwischen vergriffenen Autobiographie. Da Film und Buch hierzulande nicht erschienen, durfte Der Kunstfälscher die meisten deutschen Leser zum ersten Mal mit Hebborn bekannt machen. Hebborn plaudert darin so offen über sein Handwerk, als wäre Bilderfälschen die natürlichste Sache der Welt. Gerade das macht den Charme des Buches aus. Im galanten Plauderton des Gentlemanverbrechers, der sich der Sympathie des schadenfrohen Publikums sicher sein kann, macht Hebborn sich über selbstgefällige Experten lustig, führt durch die Hexenküche des Kunstfälschers, liefert ein sachkundiges Kompendium der Materiallehre, erzählt Anekdoten aus dem Kollegenkreis, seziert die Logik des Kunsthandels und gibt nebenbei praktische Tips fur Hobbyfälscher. Das Buch ist vor allem deshalb faszinierend, weil es einen kompetenten Einblick in die künstlerische Praxis gibt. Hebborn interessiert an den Werken der alten Meister nicht die Ikonographie, sondern die Technik, nicht das Was, sondern vielmehr das Wie, und er nähert sich diesem Wie mit ansteckender Begeisterung. So etwa in der Schilderung, wie er ein halbfertiges Gemälde aus dem 16. Jahrhundert, das er schlitzohrig halblegal erworben hatte, kurzerhand selbst vollendete. Die Rekonstruktion ist in allen Schritten fotografisch dokumentiert, das Ergebnis beeindruckend. Im Fall Hebborn verschwimmen die sonst scheinbar so festen Grenzen zwischen Künstler, Restaurator und Fälscher zu einer faszinierenden Zwischenexistenz. Inzwischen verkauft eine prominente Londoner Galerie seine Repliken und historisierenden Nachdichtungen erfolgreich als dekorative Schaustücke -- nach dem Motto: original gefälscht. Momentan hat sie vier Zeichnungen im Angebot, darunter einen Daumier und einen Rembrandt a la Hebborn. Hebborn selbst nutzt das nichts mehr: Er starb 1996 in Rom, kurz nach Erscheinen der italienischen Originalausgabe seines Buches, unter mysteriösen Umständen. --Christian Demand

Autor(en): Eric Hebborn
Publikations Jahr: 1999
Sprache: Deutsch
Herausgeber: DuMont Reiseverlag, Ostfildern
ISBN: 3770143558

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