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MOSAIK

Grand Prix Band 1: Die Wiedergeburt, Schleiter, Klaus D und Marvano

Grand Prix Band 1: Die Wiedergeburt, Schleiter, Klaus D und Marvano

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"Grand Prix" beginnt 1925 und widmet sich der Ära des Rennsports vor dem Zweiten Weltkrieg. 2012 mag die Formel 1 ein gefährlicher Sport sein, aber zur damaligen Zeit war der Profi-Motorsport fast schon Selbstmord. Besonders diese Szenen sind Marvano ganz hervorragend gelungen, sie vermitteln einen realistischen Eindruck, inklusive historischer Werbung für Continental, Varta und Bitburger (ob Bandenwerbung tatsächlich bereits zu dieser Zeit existierte wäre eine weitere Betrachtung wert, im Profi-Fussball etwa kam so etwas doch erst später). Die Geschichte wird größtenteils aus der Perspektive der Fahrer erzählt, denen es vor allem um den Rennsport geht, ohne sie allerdings als Heilige zu verklären. Zwischendurch zeigt sich immer wieder das Gesicht des Dritten Reiches, etwa mit einer Parkbank nur für Deutsche oder auch mit dem Titelbild des Time Magazins, in dem Hitler zum Mann des Jahres gekürt wurde. Dieser Hitler sieht hier etwas matschig ist, zu dick und nicht besonders überzeugend getroffen, ganz im Gegensatz zu einem klar erkennbaren Goebbels.

 Hitler hat die Autobahn nicht erfunden, sondern lediglich ein Projekt aus der Weimarer Republik fortgeführt, das ist hinlänglich bekannt. Im Text auf der Buchrückseite wird erwähnt, dass der Reichskanzler zwar keinen Führerschein hatte, sich aber trotzdem für Autos interessierte. Die Verbindung Politik und Automobil zeigt sich in "Grand Prix" etwa im Propaganda-Wert von siegreichen, deutschen Fahrern. In einer Szene ist zu sehen wie Ingenieur Porsche einen Käfer vorstellt und Goebbels darauf spontan mit dem Begriff Volkswagen auftrumpft, während in einer anderen Szene Hitler kurzerhand die Gründung der Stadt Wolfsburg festlegt, diese Szenen, vor allem dank dem Globus, vor dem Hitler so oft steht, wirken eher wie aus dem Film "Der große Diktator". Ein wenig erinnert der Comic-Hitler auch an den Imperator aus Star Wars und weniger an eine reale Person. Dennoch finde ich die Einbindung von historischen Fakten, in diesem Werk, durchaus gelungen. Der NS-Staat wird weder verherrlicht noch verharmlost. Es gibt keinen erhobenen Zeigefinger, sondern dem Leser wird zugetraut sich selbst eine Meinung bilden zu können. Irreführend ist allerdings der Begriff "Machtergreifung", denn Hitler wurde demokratisch gewählt und hat nicht mittels Revolution die Macht übernommen.

Politik und Sport lassen sich in "Grand Prix" nicht voneinander trennen, obwohl es längere Passagen gibt, in denen die Autos und Fahrer im Vordergrund stehen. Faszinierende Erkenntnis aus dem Comic (ob sie denn so stimmt?): die Mercedes Silberpfeile entstanden deshalb, weil die Wagen von 6 kg Lack befreit werden mussten, um nicht das zulässige Höchstgewicht zu überschreiten.

Sowohl zeichnerisch als auch inhaltlich ein sehr gelungener Comic über eine äußerst turbulente Epoche!

ISBN-10/-13: 3864620198 / 9783864620195

Book Condition:Gut Binding Text:Hardcover
ISBN: 9783864620195

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