Wolfgang Krüger Verlag
Männer sind wie fremde Länder. Verständigungshilfen für Frauen, Joan Shapiro
Männer sind wie fremde Länder. Verständigungshilfen für Frauen, Joan Shapiro
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Trotz bedeutender gesellschaftlicher Veränderungen und eines gestärkten weiblichen Selbstbewusstseins bleibt ein zentrales Phänomen konstant: Frauen bemühen sich nach wie vor intensiv, Männer besser zu verstehen. Dieses Unterfangen gestaltet sich als komplex, da Männer kulturell und sozial wie „fremde Länder“ wirken. Ihre Sozialisation fokussiert überwiegend auf Selbstbehauptung, Erfolg und Macht, wodurch ein fundamentaler Graben zwischen der männlichen und weiblichen Gefühlswelt entsteht. Frauen neigen dazu, ihre Emotionen offen zu erleben und auszudrücken, während ein „richtiger“ Mann sich nach traditionellem Rollenverständnis nicht emotional zeigen darf, um das auf Unverwundbarkeit basierende Selbstbild zu bewahren. Zur Bewältigung ihrer Emotionalität schaffen Männer deshalb feste Strukturen, regelmäßige Abläufe und sich wiederholende Verhaltensmuster. Dieses systematische Ordnungsprinzip, variierend, aber im Kern bei vielen Männern ähnlich, stabilisiert ihre Innenwelt. Werden diese Strukturen jedoch von Frauen hinterfragt oder mit emotionalen Ansprüchen konfrontiert, reagieren Männer häufig mit einem tranceähnlichen Rückzug – eine über Jahre kultivierte Abwehrstrategie, die sie für außenstehende schwer zugänglich macht. Dieser Zustand dient dem Schutz ihres inneren Systems und verhindert emotionale Auseinandersetzungen. Das Buch liefert tiefgehende und fundierte Verständigungshilfen, die Frauen eine differenzierte Perspektive auf die männliche Gefühlswelt eröffnen und so kommunikative Brücken zwischen den Geschlechtern fördern.
Dieses Buch erschien etwa zur gleichen Zeit wie der Bestseller „Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus“ und schlägt in eine ähnliche Kerbe. Joan Shapiro (eine amerikanische Psychiaterin) nutzt die Metapher, dass Männer eine völlig andere „Kultur“ haben als Frauen.
Kernbotschaft: Männer werden so sozialisiert, dass Gefühle oft als Schwäche oder Gefahr wahrgenommen werden. Ihr Verhalten ist daher oft auf Schutz, Macht und Status ausgerichtet, während Frauen oft auf Verbindung und emotionalen Ausdruck zielen.
Themen: Es erklärt Phänomene wie den emotionalen Rückzug des Mannes (das „Zumachen“), Kommunikationsprobleme und warum Männer oft Lösungen anbieten, wenn Frauen nur zugehört werden wollen.
Da das Buch bereits aus den frühen 1990ern stammt, muss man es sowohl im Kontext seiner Zeit sehen als auch darauf schauen, ob es heute noch hilfreich ist.
Was das Buch auszeichnet (Stärken)
1. Die zentrale Metapher: Kulturschock Shapiros Ansatz ist brillant simpel: Stell dir vor, du reist in ein fremdes Land (das Land der Männer). Wenn die Einheimischen dort nicht lächeln oder wenig reden, ist das nicht böse gemeint – es ist einfach ihre Kultur.
Der Effekt: Das Buch hilft Frauen, männliches Verhalten (wie Schweigen, Rückzug, Problemlösen statt Zuhören) nicht sofort als persönliche Ablehnung oder Lieblosigkeit zu interpretieren. Es nimmt die „Giftigkeit“ aus Konflikten.
2. Die „Übersetzungsarbeit“ Als Psychiaterin liefert Shapiro konkrete „Wörterbücher“. Sie erklärt, was ein Mann eigentlich meint, wenn er Dinge sagt wie:
„Ich brauche meine Ruhe.“ (Bedeutet oft: Ich muss Stress abbauen, um wieder beziehungsfähig zu sein – nicht: Ich will dich nicht sehen.)
Oder wenn er gar nichts sagt. Shapiro erklärt das männliche Schweigen oft als Schutzmechanismus vor Überforderung durch Emotionen.
3. Empathie statt „Männer-Bashing“ Im Gegensatz zu manchen feministischen Ratgebern jener Zeit oder reinen „Anleitungen zur Dressur“, wirbt Shapiro für Verständnis. Sie zeigt Männer oft als verletzlicher, als sie wirken. Sie beschreibt, wie Männer von klein auf lernen, Gefühle abzuspalten, um zu funktionieren ("Jungs weinen nicht").
Kritikpunkte (Schwächen)
1. Veraltete Rollenbilder Das Buch ist über 30 Jahre alt. Es geht stark von einem klassischen binären Modell aus: Der Mann arbeitet und ist gefühlsarm, die Frau ist für die Beziehung und die Emotionen zuständig. Moderne Beziehungsmodelle, in denen Männer emotional offen und Frauen karriereorientiert sind, werden hier kaum abgebildet.
2. Einseitige Verantwortung? Wie viele Ratgeber für Frauen („Verständigungshilfen für Frauen“) kann man kritisieren, dass die emotionale Arbeit wieder bei der Frau landet. Sie muss lernen, ihn zu „übersetzen“ und zu verstehen. Kritikerinnen bemängeln, dass der Mann dabei etwas zu sehr aus der Pflicht genommen wird, sich selbst zu erklären.
3. Verallgemeinerung Nicht alle Männer sind „fremde Länder“. Für sehr kommunikative, sensible Männer passt die Schablone dieses Buches oft nicht.
Fazit: Lohnt es sich heute noch?
Ja, wenn:
Du in einer Beziehung mit einem eher klassischen, verschlossenen oder „typisch männlichen“ Mann lebst.
Du oft frustriert bist, weil er sich zurückzieht oder nicht über Gefühle spricht.
Du verstehen willst, wie die Sozialisierung von Männern (besonders der Generation 40+) deren Kommunikationsverhalten prägt.
Nein, wenn:
Du nach modernen, gleichberechtigten Partnerschaftsmodellen auf Augenhöhe suchst, in denen Gender-Klischees keine Rolle spielen.
Dich Sätze wie „Männer sind halt so“ eher wütend machen.
Vergleich: Es ist psychologisch fundierter als „Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken“, aber weniger unterhaltsam geschrieben. Es ist ernsthafter und therapeutischer.
Zustand: gebraucht
Autor(en): Joan Shapiro
Publikations Jahr: 1992
Seiten: 232
Bindung: Taschenbuch
Sprache: Deutsch
Herausgeber: Wolfgang Krüger Verlag
EAN: 9783810518439
ISBN: 3596122732
Gewicht: 266.0 g
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