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Dürckheim Verlag München

Meditationen über die Jagd: Tiefe Einsichten in die Natur des Menschen und der Jagd. Neuauflage des gefeierten Klassikers eines der berühmtesten ... ... mit 22 Federzeichnungen von Rupprecht Nagel, José Ortega Gasset

Meditationen über die Jagd: Tiefe Einsichten in die Natur des Menschen und der Jagd. Neuauflage des gefeierten Klassikers eines der berühmtesten ... ... mit 22 Federzeichnungen von Rupprecht Nagel, José Ortega Gasset

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Jahr: 2012
Seiten: 200
Gebundene Ausgabe

José Ortega y Gasset hat in seinem kulturanthropologischen Beitrag zur Jagd, den er bereits 1942 in Portugal verfasste, eine stukturanalytische Erklärung des Menschen gefunden, die unsere weltweit operierenden High-Tech-Jägerhorden am Modell des Wildtierjägers in ihrer Intentionalität besser verständlich machen. Als einer der großen Denker des 20. Jahrhundets hat José Ortega y Gasset als erster den Horizont für einen praktisch geübten Tierschutz eröffnet. Im Sprachgebrauch der modernen Soziologie hat er uns vermittelt, daß die Bedingung der Möglichkeit der Erfahrung einer wechselseitigen Mensch-Tier-Beziehung nicht unterschiedlichen Bezugsebenen angehört... (Quelle: Dr. Ernst Georg Renda, Uni Mainz 1998). Die Meditationen über die Jagd sind erstmalig 1953 im Verlag Gustav Kilpper Stuttgart und letztmalig 1996 im Rahmen einer Gesamtausgabe im der deutschen Verlags Anstalt, DVA erschienen. Beide Titel sind mittlerweile vergriffen und, wenn überhaupt, nur antiquarisch erhältlich. Die in rotes Leinen gebundene, goldgeprägte Neuauflage ist hier antiquarisch aus Restbeständen erhältlich.

In diesem Werk setzt sich der berühmte spanische Philosoph Ortega y Gasset nicht nur oberflächlich mit dem Waidwerk auseinander. Er nutzt die Jagd als Spiegel, um über das Wesen des Menschen, die Natur und das Verhältnis zwischen beiden nachzudenken. Er beschreibt die Jagd als eine Form der Rückkehr zum Ursprünglichen, weit weg von der Künstlichkeit der modernen Zivilisation.

Es gilt unter Jägern und Philosophen gleichermaßen als eines der tiefgründigsten Bücher, die je zu diesem Thema geschrieben wurden. Die Unterscheidung zwischen dem Zweck und dem Ziel der Jagd.

Der Satz „Man jagt nicht, um zu töten, sondern man tötet, um gejagt zu haben“ ist das Herzstück von Ortega y Gassets Argumentation. Er erklärt damit, dass das Erlegen des Wildes zwar die notwendige Konsequenz ist, aber nicht das primäre Motiv. Das Motiv ist der Prozess – das Eintauchen in die Natur und das Ausleben eines archaischen Instinkts.

Es räumt mit dem Vorurteil auf, Jäger seien lediglich an der Beute oder dem Akt des Tötens interessiert.

Es definiert die Jagd als eine „bewusste Rückkehr zur Natur“, die den modernen Menschen aus seiner künstlich geschaffenen Umwelt reißt.

Ortega y Gasset geht noch weiter und beschreibt die Jagd als ein Spiel zwischen zwei Ungleichen, bei dem der Mensch seine überlegene Vernunft „herunterschraubt“, um sich auf die Ebene des Tieres zu begeben. Erst durch diese Einschränkung der eigenen Macht wird die Jagd für ihn zu einer ethisch vertretbaren und philosophisch wertvollen Handlung.

Dr. Ernst Georg Renda aus dem Jahr 1998 zeigt eindrucksvoll, warum Ortega y Gassets Thesen weit über das eigentliche Waidwerk hinausreichen. Er überträgt die Philosophie der Jagd auf die moderne Informationsgesellschaft und unser biologisches Erbe.

Besonders spannend sind die drei Kernaspekte, die Renda hier hervorhebt:

Renda argumentiert, dass der moderne Homo sapiens zwar nicht mehr im Wald jagen muss, sein Gehirn aber immer noch nach den Mustern des „pleistozänen Jägers“ funktioniert. Unsere Suche nach Informationen, Ressourcen und Erfolg in einer digitalisierten Welt folgt denselben Aktivitätsmethoden wie die frühere Suche nach Wild. Wir sind, psychologisch gesehen, „Jäger geblieben“, die nun in „hypermodernen Netzwerksystemen“ auf Beutezug gehen.

Ein provozierender Punkt des Textes ist die psychologische Analyse von Jagdkritikern. Renda (folgend aus Gassets Logik) behauptet, dass der aggressive Eifer, mit dem manche Jagdgegner den Jäger „an den Pranger stellen“, selbst eine Form der Jagd ist. Sie nutzen das „Jagdschema“ – die Verfolgung und das Erlegen eines Ziels (in diesem Fall des Jägers) – in moralischer Absicht, ohne zu merken, dass sie damit genau das Verhalten kopieren, das sie ablehnen.

Das Buch wird hier als Schlüsselwerk präsentiert, um die Dualität des Menschen zu verstehen:

Sinnenwesen/Jägernatur: Unser biologisches Erbe, das Vitale und Triebhafte.

Personalität/Vernunftnatur: Unser moralischer Geist, der versucht, diese Triebe zu ordnen.

Die Wildtierjagd ist laut Renda der „Modellfall“, an dem man studieren kann, wie diese beiden Pole im Menschen zusammenwirken.

SKU/Bestellnummer: 35713
Zustand: gebraucht
Autor(en): José Ortega Y Gasset
Publikations Jahr: 2012
Seiten: 200
Bindung: Gebundene Ausgabe
Sprache: Deutsch
Herausgeber: Dürckheim Verlag München
EAN: 9783935078696
ISBN: 3935078692
Gewicht: 274.0 g

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